von Karlheinz Reimann,

geschrieben im Februar 2007, aktualisiert im Februar 2013 und im März 2017, zum 72. Jahrestag der Zerstörung von Chemnitz am 5. März 2017 mit Bildern des Stadtarchivs Chemnitz ergänzt.

In der Nacht zum 17. August 1940 warf ein verirrter Flieger erstmals Bomben auf Chemnitzer Stadtgebiet. Wie Uwe Fiedler (1) berichtet, gingen in der Südvorstadt ein paar Fensterscheiben kaputt, Äpfel fielen von den Bäumen und eine Gartenlaube wurde zerstört. Der „Chemnitzer Anzeiger“ brachte über diese erste Feindberührung wenige Zeilen auf der letzten Seite. Den Hauptplatz auf der ersten Seite nahmen riesige Schlagzeilen ein wie: „Ganz Birmingham ein Flammenmeer“, „Deutsche Flieger Tag und Nacht über London“ oder „Coventry ausgelöscht“. So begann der Bombenkrieg zunächst siegreich für Chemnitz und es folgten von Fliegern weitgehend unbehelligte Kriegsjahre.

Chemnitz – das „Sächsische Manchester“ - stand zwar wegen seiner Größe und seines Industriepotentials, über das die feindliche Aufklärung aus Büchern, Reiseprospekten, Werbeschriften und Zeitungsannoncen von Firmen vieles erfahren konnte, bereits ab September 1941 als strategisches Ziel auf ihrer Liste, lag aber zunächst nicht in der Reichweite der alliierten Bomber. Erst mit der Truppeneinführung von schweren viermotorigen Bombern Stirling, Halifax und Lancaster bei der RAF (Royal Air Force) und den Fliegenden Festungen B-17 der USAAF (United States Army Air Force) geschützt durch begleitende Mustang-Jagdflieger konnten auch Ziele im Südosten Deutschlands erfolgversprechend angegriffen werden. Bis 1944 waren im Westen und Norden des Deutschen Reiches etwa 40 große Städte verwüstet worden, darunter im Juli/August 1943 Hamburg mit über 30.000 Toten. Davon konnte die Bevölkerung anderenorts durch die gleichgeschaltete und verlogene Propagandamaschine der Nazis oft überhaupt keine Vorstellung erlangen. Für das Abhören ausländischer Rundfunksender - wie BBC London - waren hohe Zuchthausstrafen angedroht, woran besondere Anhänger für den Rundfunkapparat ständig erinnern sollten (Bild1). Aber ab 1944 geriet nun Chemnitz als Ziel immer mehr in den Brennpunkt der alliierten Bomberflotte.

 Ausländische Sender

Dieser Anhänger musste seit Beginn des des Krieges1939 am Knopf für die Senderwahl des Rundfunkgerätes angebracht werden. "Feindsender abhören" konnte Zuchthaus, Konzentrationslager (KZ) oder sogar die Todesstrafe zur Folge haben. (Bild: Karlheinz Reimann)


Am Mittag des 12. Mai 1944 wurde Rabenstein von ersten Bomben getroffen. Nach Dr. Gert Richter (2) war es der 100. Fliegeralarm, den Johannes Meier in Chemnitz akribisch aufgezeichnet hat. Der Schaden an Gebäuden war relativ gering, aber ein sieben Monate alter Säugling wurde zum ersten durch Bomben „Gefallenen“ von Chemnitz, wie Dr. Stephan Pfalzer in (3) berichtet.

Am Vormittag des 29. Juni 1944 flog die 8. Amerikanische Luftflotte im Rahmen der Öloffensive zur Zerstörung der deutschen Hydrierwerke einen Angriff auf Leipzig/Böhlen. Wahrscheinlich warfen auf dem Rückflug 15 Superfestungen noch vorhandene Kampfmittel, die eigentlich für Limbach vorgesehen waren, über Chemnitz als Gelegenheitsziel ab. Beschädigt wurden Gebäude in Borna, Einschläge gab es im Küchwald und auf der Schlossteichinsel, getroffen wurden Häuser in der Matthesstrasse, Theunerstrasse und Kaßbergstrasse, aber auch wieder mehrere Häuser in Rabenstein. Vor meinen Kinderaugen habe ich noch das Haus Kaßbergstrasse 38: Es stand etwa dort, wo später der Pionierpalast, heute das „Kraftwerk“, errichtet worden ist. Es war eine freistehende dreigeschossige Villa, deren vordere Hälfte durch eine große Sprengbombe bis auf die Kellerdecke abrasiert worden war. Drei Menschen waren hier zu Tode gekommen. Viele Chemnitzer zogen in den nächsten Tagen wie zu einem Wallfahrtsort mit Kind und Kegel dorthin, um die Sensation zu bestaunen. Bei dem Anblick mag manchem Einwohner gedämmert haben, dass die gelegentlichen Luftschutzvorführungen auf der Planitzwiese, wo eine kleine   Brandbombe von einem fünfmeterhohen Holzturm herabfiel und mit Feuerpatsche, Sandeimer und Applaus der umstehenden Menschenmenge schnell gelöscht wurde, im Ernstfall wenig hilfreich sein werden. Aber viele der Menschen waren auch in dieser Zeit durch die fanatische Propaganda der Nazis immer noch verblendet, haben von einem „Endsieg“ geträumt, weil sie sich nach dem Kriegsende als Verlierer und der Zerschlagung der Nazi-Diktatur ein neues Leben nicht vorstellen konnten oder nicht vorzustellen wagten. Solche Überlegungen galten als „Wehrkraftzersetzung“ und „Volksverrat“, die mit Todesstrafe geahndet wurden.

Am Mittag des 11. September 1944 erfolgte ein gezielter Angriff von 74 B-17 der USAAF begleitet von 20 Jagdflugzeugen Mustang auf die Wanderer-Werke und die Auto-Union in Siegmar. 450 Spreng- und viele Stabbrandbomben wurden abgeworfen und setzten große Teile der Wanderer-Werke in Flammen. In der Auto-Union kamen 85 Personen, darunter 41 Fremdarbeiter, und weitere 21 Bewohner in der benachbarten Siedlung ums Leben. Der Himmel war bewölkt, aber gerade zum Bombenabwurf rissen die Wolken kurzzeitig auf. Dennoch hatte der Angriff nur eine begrenzte Wirkung. Die Bomber hatten einen Großteil der Kampfmittel über freiem Feld und der Wohnsiedlung abgeworfen. Nach einem Monat lief der Betrieb wieder weitgehend normal – und das, wie sich erst nach Kriegsende herausstellte - mit einer äußerst kriegswichtigen Produktion: Das Werk war der Alleinhersteller von Motoren für die Panzer Tiger und Leopard.

Mit dieser Karte sollten Rundfunkhörer den Anflug feindlicher Flugzeuge verfolgen und sich auf Luftschutzmaßnahmen vorbereiten. Herausgegeben von der Sparkasse Chemnitz während der letzten Kriegsjahre. (Bild: Karlheinz Reimann)


Bis Ende 1944 gab es in Chemnitz keine weiteren bemerkenswerten Angriffe. Die Alliierten waren auf die Zerstörung der Treibstoffproduktion und von Verkehrswegen im Reich zur Behinderung von Rüstungsnachschub und Truppenbewegungen konzentriert. Sie waren durch die Ardennenoffensive der Wehrmacht ab Mitte Dezember und verlustreiche Kämpfe bei Aachen gebunden sowie durch den Einsatz von V-Waffen und Strahltriebflugzeugen Me 262 der deutschen Luftwaffe über die sich bereits abzeichnende Agonie der Wehrmacht getäuscht. Im Dezember fotografierten tief fliegende Aufklärer ungehindert das Chemnitzer Stadtgebiet. In Schlesien kam die Januaroffensive der Roten Armee am deutschen Widerstand ins Stocken, und auf die dringende Bitte Stalins zur Verstärkung von Angriffen an der Westfront bereiteten die Westalliierten ab Februar, sobald es die Witterungsbedingungen zulassen würden, Luftangriffe auf Berlin, Dresden, Leipzig und Chemnitz vor. Am Mittag des 6. Februar 1945 warfen fast 500 Fliegende Festungen der USAAF über 3000 Sprengbomben und rund 600 Splitterbomben über Chemnitz ab, wobei besonders die Hilbersdorfer Bahnanlagen das Ziel waren, aber auch erhebliche Schäden in anderen Gebieten der Stadt angerichtet wurden. Die Bahnanlagen wurden dabei nur in geringem Ausmaß beschädigt.

Am 14. Februar 1945, einen Tag nach der verheerenden Zerstörung von Dresden, wurde Chemnitz am Mittag, am Abend und um Mitternacht schwer bombardiert. Offensichtlich war Chemnitz an diesem Tag das gleiche Inferno zugedacht, wie es sich in der Nacht zuvor in Dresden ereignet hatte. Aber durch verschiedene Umstände, vor allem der sich verschlechternden Witterungsbedingungen, haben die Angriffe das Stadtzentrum Chemnitz erheblich verfehlt und die angestrebte Zerstörungskraft wurde hier nicht erreicht. Dafür sind Vororte im Süden von Chemnitz, darunter neben Erfenschlag, Reichenhain, Einsiedel auch Altenhain (4), schwer beschädigt worden. Die alliierte Wirkungsaufklärung konstatierte: Chemnitz war angeschlagen, aber noch nicht zugrunde gerichtet, was aus Sicht des Bomber Command die Vorbereitung weiterer Angriffe erforderlich machte. Am 2. und 3. März wurden jeweils am Vormittag Angriffe der USAAF auf Chemnitz geflogen. Auch sie richteten in der Innenstadt erhebliche Schäden an. Wichtige Industriebetriebe, darunter die weltbekannte und kriegswichtige Firma Reinecker AG, wurden dem Erdboden gleichgemacht. Viele Tote, darunter auch viele Kinder, weil das Städtische Kinderheim getroffen wurde, waren zu beklagen.  

Das Schlimmste aber stand Chemnitz noch bevor: Der Angriff am 5. März 1945. Bereits am Vormittag flogen amerikanische Superfestungen wie üblich ihren Tagesangriff. Am Abend heulten um 20:30 Uhr die Sirenen. Eine erste Welle des Bombenabwurfs erfolgte von 20:37 Uhr bis 21:08 Uhr, eine zweite um 22:30 Uhr bis nach Mitternacht. Fast 700 britische Halifax und Lancaster warfen ihre tödliche Last über der diesmal durch „Christbäume“ gut markierten Stadt ab: Etwa 400 Luftminen, über 1100 Tonnen Sprengbomben und 850 Tonnen Brandbomben, wie Uwe Fiedler (5) aus Militärarchiven in London ermittelt hat. Über 2.100 Todesopfer waren allein aus dieser Nacht zu beklagen. Von 117.000 Wohnungen waren 42.000 zerstört. 75% der bebauten Stadtfläche, 140km Frontbebauung lagen nun in Schutt und Asche. Der Feuersturm in Chemnitz war schlimm, aber er konnte sich auch dieses Mal nicht in dem Ausmaß entwickeln wie in Dresden, denn es war eine frostige Nacht und es hatte Neuschnee gegeben. Zu meinen Kindheitserinnerungen in Kleinolbersdorf gehört, dass nach dem stundenlangen Getöse vom Bombeneinschlägen und Bangen im Keller gegen Morgen die Mutter mit mir an der Hand zur Zschopauer Straße gelaufen ist, um auf die Stadt zu schauen. Auch außerhalb der glühendrot erleuchteten Stadt Chemnitz war die Luft frühlingshaft lau und der Schnee überall mit Rußflocken und verkohltem Papier bedeckt. Viele Menschen, oft mit geschwärzten Gesichtern und sengendem Brandgeruch an den Kleidern, die in der Stadt alles verloren hatten und froh waren, noch am Leben zu sein, erreichten in der Morgendämmerung Ortschaften in der Umgebung, um für Tage oder Wochen eine Bleibe zu suchen. Auch meine Eltern nahmen damals ein ausgebombtes Ehepaar, das uns am Ende der Nacht zum 6. März mit wenigen geretteten Habseligkeiten auf einem Handwagen erreichte, eine Zeitlang bei uns auf. Zwei Tage nach dem Angriff waren die Brände noch immer nicht gelöscht. Die alliierte Luftaufklärung registrierte „Essen und Chemnitz als zwei weitere tote Städte“. Der letzte Bombenangriff auf Chemnitz erfolgte in der Nacht zum 11. April 1945 und galt den Gießereien der Firma Krautheim in Borna. Er wurde von den Chemnitzern meist nur noch mit Apathie wahrgenommen. Die Sensibilität der Menschen für ihre Tragödie war am 5. März mit den 2.100 Toten dieser Nacht mitgestorben.

Chemnitz, die zerstörte Innenstadt 1949.  Blick vom Anfang der Zwickauer Straße in die Theaterstraße mit Pauli-Kirche (im April 1961 auf Anweisung der SED gesprengt) in Richtung Schlossviertel und Eltwerk Chemnitz mit den beiden  100m hohen Schornsteinen.  (Bild: Stadtarchiv Chemnitz, mit freundlicher Genehmigung des Stadtarchivs für die "Chemnitzer Geschichten")

 

Chemnitz, die zerstörte Innenstadt 1949. Blick auf den Falkeplatz in Richtung Stadtzentrum und Rathausturm. Am rechten Bildrand eingerüstet die Deutsche Bank. (Bild: Stadtarchiv Chemnitz, mit freundlicher Genehmigung für die "Chemnitzer Geschichten")

 

Blick Johannisplatz

Chemnitz, die zerstörte Innenstadt 1949. Blick auf den Johannisplatz zur Theaterstraße und Königstraße (heute Straße der Nationen). Hier war ehemals das pulsierende Herz, der belebteste Platz des innerstädtischen Verkehrs von Chemnitz mit vielen Geschäften ringsum. Links der Rote Turm ohne Haube, rechts ragen die Kuppel des Opernhauses und der Turm der Petri-Kirche heraus. (Bild: Stadtarchiv Chemnitz, mit freundlicher Gnehmigung für die "Chemnitzer Geschichten")


Blick Martinstraße 1

Chemnitz-Sonnenberg 1945. Blick von der Martinstraße zur Hans-Sachs-Straße. So trostlos sahen  viele Straßen der Stadt aus. Heute kann man den Mut für einen Neubeginn, für ein Leben nach dem Krieg nur bewundern, den damals Frauen, alte und versehrte Männer und auch Kinder aufgebracht haben, trotz Hunger und Kälte in den Behausungen nicht zu verzagen. (Bild: Stadtarchiv Chemnitz, mit freundlicher Genehmigung für die "Chemnitzer Geschichten")

 

Fazit:
Bei den zehn Luftangriffen, die Amerikaner meist bei Tag und Briten meist am Abend bis in die Nacht, vom 12. Mai 1944 bis zum 11. April 1945 über Chemnitz flogen, vernichteten 7716 Tonnen Bomben Wohnhäuser, öffentliche Gebäude, Betriebe und Verkehrsanlagen. Das Hab und Gut von Tausenden Einwohnern zerfiel in Schutt und Asche. Über 4000 Menschen verloren bei den Luftangriffen auf Chemnitz ihr Leben. Auf fast sechs Quadratkiliomern wurden 80% der Innenstadt zerstört.

Nachdem heute britische, amerikanische und kanadische Militärarchive für die historische Forschung zugänglich sind, müssen auch manche ideologischen Legenden über die Zerstörung der mitteldeutschen Städte, die in der Zeit des kalten Krieges kolportiert worden sind, durch historische Fakten korrigiert werden. So hat Stalin die Westalliierten immer wieder gedrängt, ihre Angriffe an der Westfront zu verstärken, um für seine Bodentruppen an der Ostfront, die in Europa die Hauptlast des Krieges getragen haben, eine Entlastung zu schaffen. London und viele Städte im südlichen England haben im Krieg unter den Angriffen der deutschen Flieger sowie später unter den V-Waffen schwer gelitten. Damals hatte der Bomberpilot aus Birmingham, der Bombenschütze aus London oder der Zielmarkierer aus Coventry kein Mitgefühl für die Frauen und Kinder da unten. Alle wollten, dass dieser verfluchte Krieg, der von Nazi-Deutschland ausgegangen war, auch ihre Städte in Brand und Schutt gelegt und viele ihrer Frauen und Kinder getötet hatte, nun endlich zu Ende geht. Vor allem Hitler selbst und die engste Nazi-Führung im Bunker der Reichskanzlei hatten seit langer Zeit jeden Realitätssinn für die militärische Lage verloren. Ihnen ging es nur noch um die Verlängerung ihrer Herrschaft oder ihres eigenen Lebens um Tage oder Stunden ohne jeden Skrupel angesichts der vielen Opfer an den Fronten. (6) 60 Jahre danach hat ein Kunstschmied und Sohn eines Bomberpiloten aus Coventry in einer Stiftung das Turmkreuz für die wieder aufgebaute Dresdener Frauenkirche neu geschaffen. Die feierliche Übergabe an die Dresdener Bevölkerung war ein bewegender Akt der Hoffnung und Versöhnung in der Zeit der Kinder und Enkel, nachdem sich die Väter und Großväter so unendlich viel Leid zugefügt haben.

So ist der 5. März alljährlich mit gutem Grund ein Tag des Besinnens und  Gedenkens an die Zerstörung der Stadt und die vielen Opfer auf allen Seiten dieses verbrecherischen Krieges der Nazi-Diktatur. Dagegen gibt es nicht den geringsten Grund für Demonstrationen oder Aufmärsche ewiggestriger Neonazis, die aus fehlendem Geschichtswissen oder mit bewusster Geschichtsfälschung versuchen, historische Tatsachen auf den Kopf zu stellen. Es ist schon dreist, wenn  geistige Nachfahren der Verursacher dieses Krieges sich aufschwingen, den  damals angegriffenen Kriegsgegnern die Schuld dafür anzuheften. Die Chemnitzerinnen und Chemnitzer werden dem stets sehr engagiert entgegentreten!

Aber auch eine multikulturelle Festveranstaltung mit orintalischer Musik und Tanz der jungen Männer  vor dem Rathaus wie am Nachmittag des 5. März 2017 nimmt dem Tag die Würde, die ihm in Erinnerung und des Gedenkens an die über 4000 Todesopfer von Chemnitz und das Leid der vielen Obdachlosen gebührt. Viele Einwohner der Stadt haben das mit Verwunderung oder Entsetzen zur Kenntnis genommen. Manche haben sich vorgenommen, ihren Frust darüber mit in die Wahlkabine zu nehmen.

Nach einer langen Friedensperiode von 70 Jahren seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges für uns in Deutschland ist das internationale Klima an vielen Brennpunkten der Welt wieder unsicher und unberechenbar geworden. In mehreren Ländern, besonders im Nahen Osten, der Ukraine und Afrika, toben erbitterte kriegerische Auseinandersetzungen, werden die Lebensgrundlagen der Menschen dort zerstört und Flüchtlingsströme von Millionen Migranten generiert. In mehreren Ländern wurde von außen ein Krieg gewonnen, aber nicht der Frieden danach, wie im Irak oder in Libyen  - ein katastrophales Ergebnis ohnegleichen. Die größte Herausforderung an Staatsführungen und Zivilgesellschaften (wie 1989) - Frieden zu schaffen und zu erhalten - wird   vielerorts nicht ernsthaft wahrgenommen. In den 1980er Jahren hat Michail Gorbatschow  mit Klugheit, Mut und seiner Macht als sowjetischer Staatsführer, mit seiner Politik von Perestroika, Glasnost und dem festen Willen zur Abrüstung, mit der Verknüpfung von Macht und Moral, ganz wesentlich zum Ende des Kalten Krieges beigetragen und die Gefahr einer atomaren Konfrontation in Europa gebannt. Davon ist die Welt heute wieder weit entfernt. Mit großer Sorge wendet sich Michail Gorbatschow (7) am Jahresbeginn 2017 mit einem Appell an die Welt: Kommt endlich zur Vernunft - NIE WIEDER KRIEG! 

 

Quellen:

(1) Fiedler, Uwe: Bomben auf Chemnitz. Die Stadt im Spiegel von Luftbildern der                                Westalliierten Verlag Heimatland Sachsen GmbH Chemnitz 2006

(2) Richter Dr., Gert: Chemnitzer Erinnerungen 1945 Teil1. Verlag Heimatland 
           Sachsen GmbH  2001

(3) Pfalzer Dr., Stephan: Chemnitzer Erinnerungen 1945 Teil 3 Seite 115. Verlag Heimatland              Sachsen GmbH 2005

(4) Reimann, Karlheinz: Kleinolbersdorf-Altenhain in Chemnitzer Erinnerungen 1945 Teil 3 
         Seite 101 ff.

 (5) Fiedler, Uwe:   Code-Name „Blackfin“ in Chemnitzer Erinnerungen 1945 Teil 3 Seite 29 ff.

 (6) Eberle, Henrik und Uhl, Matthias (Hg.): „Das Buch Hitler“ (Geheimdossier des NKWD für 
          J. W. Stalin nach Verhörprotokollen von Hitlers Persönlichem Adjutanten O. Günsche             und Leibdiener H. Linge). Gustav Lübbe Verlag, Köln 2012, Seite 385 ff.

 (7) Gorbatschow, Michail: "Ein Appel an die Welt - NIE WIEDER KRIEG! 
          Benevento Publishing,  Red Bull Media House GmbH,  Wals bei Salzburg 2017